Das Ende naht – Supportende für Windowsserver 2008 und 2008 R2

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Jan/11

Was passiert genau am 14. Januar 2020?

An diesem Tag stellt Microsoft offiziell seinen Support für die betreffenden Softwareprodukte ein. Im Klartext bedeutet das: Es gibt ab diesem Zeitpunkt weder Software- noch Sicherheitsupdates. Damit steigt für Nutzer das Risiko, Opfer von Cyberattacken zu werden täglich weiter an. Schadsoftware kann ohne entsprechenden Schutz durch Sicherheitsupdates einen schnellen Weg auf das System finden. Darüber hinaus ist nicht gesichert, dass die Server weiterhin stabil laufen. Zudem können die Support-Mitarbeiter bei Problemen mit den Servern keine Hilfen mehr leisten. Von Herstellerseite gibt es dann erst recht keine Unterstützung mehr, sollte es zu Problemen kommen.

Gehen oder bleiben?

Unternehmen sollten jetzt auf jeden Fall so schnell wie möglich handeln. Sicherheitsexperten raten dringend davon ab, die Produkte nach dem Supportende im Januar weiter zu nutzen. Also was tun? Nutzer können nun generell zwischen zwei Möglichkeiten wählen:

  1. Bei Microsoft bleiben.
  2. Zu einem anderen Produkt wechseln.

Nutzer, die bei Microsoft bleiben möchten, können entweder zu Microsoft Azure migrieren, ihre Server auf neue Serverversionen umstellen oder kostenpflichtigen Support über einen Zeitraum von drei Jahren buchen. All das bedeutet aber Aufwand und Kosten, sagt Ansgar Licher von LWsystems. Er empfiehlt seinen Kunden daher, sich generell zu überlegen, ob sie zu einer anderen Produktwelt umschwenken. In einem kurzen Interview berichtet er von seinen Erfahrungen und Empfehlungen.

Herr Licher, wenn Kunden mit der Thematik zu Ihnen kommen. Was ist Ihre Empfehlung?

Das Supportende der zwei Serverversionen bietet auch eine Chance. Nutzer sind nun gezwungen zu handeln. Sie müssen so oder so Aufwand und Kosten investieren, um ihre Systeme am Laufen zu halten – egal ob sie bei Microsoft bleiben oder nicht. Ich sage meinen Kunden, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, um einmal grundsätzliche Überlegungen anzustellen: Will ich überhaupt bei Microsoft bleiben? Gibt es vielleicht gute Alternativen? Da kann ich nur sagen: Ja, die gibt es! Der Linux- oder Open-Source-Bereich bietet einige kostengünstige und ebenso vollwertige Lösungen an.

Aber sind die denn auch so stabil?

Mit Microsoft ist das so eine Sache. Auch da läuft nicht immer alles rund. Allerdings nehmen viele Nutzer Probleme bei Big-Playern wie Microsoft wie gottgegeben hin. Tauchen bei anderen Anbietern Probleme auf, zweifeln sie hingegen schnell an den Systemen. Dabei gibt es mittlerweile richtig gute Alternativlösungen. Sie sind nicht nur preiswerter, sondern zeichnen sich auch durch einen hervorragenden Support aus. Und sie haben noch einen großen Vorteil: Der Kunde kommt beim Umstieg aus der Abhängigkeit eines Anbieters wie Microsoft heraus.

Kann ich denn trotzdem weiter mit Microsoft als Betriebssystem auf meinen Arbeitsplatzcomputern arbeiten?

Ja, auf jeden Fall. Der Rückschluss liegt selbstverständlich nahe: Wenn ich meinen Server auf eine Alternative umstelle, muss ich auch meine gesamte Software umstellen. Aber der Server und die restliche Infrastruktur eines Unternehmens sind wirklich unabhängig voneinander. Auch wenn wir bei einem Kunden beispielsweise eine Linux-Lösung für den Server einrichten, kann er noch sein Outlook verwenden, wenn er das möchte. Es ist also absolut kein Problem, ganz oder teilweise von Microsoft zu einem anderen System zu wechseln.

Lesen Sie auch Ansgar Lichers ausführlichen Kommentar zum Windows-Supportende.

Welche Alternativen gibt es?

Selbstverständlich gibt es eine Vielzahl von Alternativen. Für welche ein Unternehmen sich entscheidet, hängt natürlich stark von den jeweiligen Bedürfnissen und Wünschen ab. Im Gespräch mit einem erfahrenen Berater wie LWsystems können die Alternativen genau besprochen werden. Im Folgenden werden einige der vielen Möglichkeiten genauer vorgestellt.

Univention Corporate Server (UCS)

Dateien ablegen, drucken, Mails schreiben – diese und weitere bekannte Dienste sollte ein vollwertiges Serverbetriebssystem möglich machen. Der Univention Corporate Server bietet all das, kann in der Cloud oder im eigenen Rechenzentrum bzw. lokalem Serverraum genutzt werden und ist kostengünstiger als viele andere Serverlösungen.

Univention Corporate Server ist eine Open-Source-Lösung. Sie kann problemlos an vorhandene und komplexe IT-Umgebungen angepasst werden. Darüber hinaus ist es möglich, das Betriebssystem einfach und flexibel zu erweitern. Natürlich kümmert sich der Anbieter auch um die fortlaufenden Wartung, Produktpflege und bietet einen Support.

Kopano und Open-Xchange

Wer eine Alternative für Microsoft Exchange sucht, ist mit Kopano gut beraten. Mit dieser Groupware lassen sich E-Mails überall bearbeiten. Darüber hinaus können Teams Kontakte und Kalender gemeinsam nutzen und Aufgaben verwalten. Und noch ein weiterer Vorteil: Kopano lässt sich – was viele Kunden sehr begrüßen – mit Outlook nutzen. Anders gesagt: Für den Anwender bleibt quasi alles so, wie er es bis heute kennt.

Auch Open-Xchange bietet eine gute Alternative zu MS Exchange an. Der Hersteller verfügt über eine große Bandbreite an Lösungen für den Businessbereich. Auch hier können Unternehmen Kosten sparen.

ownCloud

Anwender sind es heute gewohnt, große Dateien und Datenmengen einfach über Lösungen wie Dropbox, Wetransfer oder ähnliche zu übertragen. All diese Cloud-Speicher, Microsoft OneDrive inbegriffen, erfreuen sich bei Anwendern großer Beliebtheit. Wenn es um nützliche, interessante und wirtschaftliche Alternativen geht, stehen die Lösungen von ownCloud dabei ganz oben auf der Liste. Insbesondere steigert ownCloud die Datensicherheit, denn niemand weiß wirklich, wo die Daten in Cloudspeichern wie OneDrive & Co. wirklich liegen. Bei ownCloud hat der Kunde alle Trümpfe in seiner Hand, denn nur er hat wirklich die volle Kontrolle.

 
 

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