ownCloud – Praktisches und kostengünstiges Filesharing

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Apr/19

ownCloud als attraktive Alternative zu bekannten Cloudsystemen

Mal eben schnell ein größeres Dokument an den Chef oder ein Originalfoto an die Öffentlichkeitsarbeit senden – das geht selten per E-Mail oder internem Kommunikationstool. Oftmals sind Dateien einfach zu groß, um sie direkt zu verschicken. Die Mitarbeiter vieler Unternehmen greifen daher auch bei ihrer Arbeit auf Cloud-Dienste wie Dropbox oder WeTransfer zurück.

Über einen solchen Cloud-Dienst lassen sich die Dateien schnell hochladen und direkt an den richtigen Empfänger senden. Das ist ohne Zweifel sehr praktisch. Allerdings landen die Daten beim Hochladen meist auf irgendeinem US-amerikanischen Server. Bei vielen Usern führt das – besonders im beruflichen Umfeld und bei der Nutzung sensibler Daten – zu einem unangenehmen Gefühl. Aber es gibt eine sichere und ebenso praktische Alternative: die Lösung heißt ownCloud.

Was ist ownCloud?

ownCloud ist eine Open-Source-Software, die für das Filesharing gedacht ist. Absoluter Vorteil: Die Kunden können die Software auf einem Server ihrer Wahl entweder selber hosten oder einfach hosten lassen. Damit ist der Name bei ownCloud Programm: Nutzer entscheiden eigenständig, wo ihre Daten gespeichert werden. Das macht die Software gerade für Unternehmen und im Umgang mit sensiblen Daten attraktiv.

Darüber hinaus ist die Software auch in vielen anderen Punkten sehr flexibel und aus Sicht des Anwenders nicht an ein bestimmtes Betriebssystem gebunden. Neben den Apps für Android und iOS kann die Software auch einfach im Web-Browser genutzt werden. Außerdem ist die Integration von ownCloud in bestehende Anwendungen, wie zum Beispiel Groupware, durch eine entsprechende Schnittstelle möglich. Egal, mit welchem Gerät man seine Dateien mit ownCloud verwaltet: Die Dateien sind immer auf allen Geräten synchronisiert, unterwegs und im Büro.

6 gute Gründe für ownCloud

Für die Nutzung von ownCloud gibt es viele gute Gründe. Hier eine Gesamtübersicht:

  1. Nutzer haben die volle Kontrolle über ihre Daten, weil sie sich den Server selbst aussuchen können. Es ist also möglich, die Daten auf einem eigenen Server abzulegen oder die Software in einem Rechenzentrum der Wahl zu betreiben beziehungsweise betreiben zu lassen. Wer also besonders auf die Sicherheit seiner Daten bedacht ist, trifft mit ownCloud eine sehr gute Wahl. Ganz nebenbei: Der Serverstandort Deutschland gilt immer noch als einer der sichersten!
  2. Es handelt sich bei ownCloud um eine Open Source Software. Auf diese Weise umgehen Nutzer den sogenannten „Vendor lock-in“. Damit wird die Abhängigkeit von einem bestimmten Anbieter bezeichnet. Diese Abhängigkeit führt besonders dann zu einem Problem, wenn der Hersteller die Software nicht weiterentwickelt oder wenn der Nutzer später einmal zu einem anderen Produkt wechseln möchte. Mit ownCloud bleibt Usern also ihre digitale Souveränität erhalten.
  3. Die Daten von verschiedenen Endgeräten können wie bei anderen Diensten, zum Beispiel iCloud, einfach synchron gehalten werden.
  4. Anders als bei alternativen Software-Produkten können bei ownCloud viele Konfigurationen vorgenommen werden. Das bedeutet, die Software kann perfekt an die Bedürfnisse der jeweiligen Nutzergruppe angepasst werden.
  5. Bei ownCloud ist der Datenspeicher nicht begrenzt. Das macht die Software um einiges günstiger als andere Cloudprodukte. Denn Dropbox, iCloud & Co. stellen nur eine geringe Speicherkapazität kostenlos zur Verfügung und schlagen bei weiterer Datennutzung Kosten obendrauf. Selbst wer einen Server anmieten muss, fährt häufig günstiger, wenn er sich das richtige Angebot heraussucht. Ein kleiner Tipp: Bei vielen Hostinganbietern gibt es bereits unlimited-Angebote. Damit ist ein reibungsloser Workflow im Unternehmen gewährleistetet, auch wenn einmal viele Daten geteilt werden müssen.
  6. Die Software läuft auf vielen Betriebssystemen. Die Nutzung mit Windows, Mac OS und Linux ist kein Problem. Das ist besonders für Betriebe und Unternehmen von Vorteil, die verschiedene Betriebssysteme nutzen. Darüber hinaus kann ownCloud problemlos über eine Weboberfläche bedient werden.

Passgenau konfigurieren

ownCloud hat einen vergleichsweise großen Funktionsumfang, den Nutzer ganz nach ihren Wünschen konfigurieren können. Die Software ist modular aufgebaut. Das bedeutet: ownCloud kann nach Benutzer-Bedürfnis beliebig über Plug-Ins erweitert werden. Hier kommt allen Benutzern auch der Open Source-Charakter der Software zu Gute. Dadurch ist es Developern nämlich möglich, Erweiterungen zu entwickeln. Über eine Plattform des Herstellers werden diese dann auf Wunsch für alle Interessierten bereitgestellt.

Auf diese Weise wird der Funktionsumfang von ownCloud stetig größer. Im Folgenden gehen wir genauer auf die Hauptfunktionen von ownCloud ein:

Benutzer verwalten

Der Administrator kann Benutzergruppen anlegen und einzelne Benutzer mit bestimmten Rechten ausstatten.

Filesharing

Über ownCloud können Dateien und Ordner geteilt werden – und zwar auf verschiedenen Wegen. Zum Beispiel kann einzelnen Benutzern oder Benutzergruppen eine Datei direkt über die Software zur Verfügung gestellt werden. Soll Filesharing außerhalb von ownCloud vorgenommen werden – zum Beispiel mit einem Kunden, der nicht über die Software verfügt – kann ein Link verschickt werden, über den der Empfänger auf die Datei zugreifen kann.

Collaborative Editing

Nutzer haben über ownCloud die Möglichkeit, digital zusammenzuarbeiten. Das bedeutet: Sie können gemeinsam Dokumente wie Texte, Tabellen und Präsentationen erstellen und bearbeiten, ohne dass es zu Versionskonflikten kommt. Möglich ist das Collaborative Editing über die Integration von Office-Anwendungen, durch die Dokumente ganz einfach im Browser bearbeitet werden können.

Hier ist vor allem der Online-Editor ONLYOFFICE zu nennen. Er unterstützt das Editieren von Textdokumenten, Tabellen und Präsentationen. Darüber hinaus ist er mit allen Dateien von MS Office kompatibel und kann sie in vielen Formaten sichern. Nutzer können Dateien über ONLYOFFICE umfassend bearbeiten. Beispielsweise haben sie die Möglichkeit Links, Grafiken und Diagramme einzufügen, Kopf- und Fußzeilen zu editieren sowie das Design des gesamten Dokuments mit wenigen Klicks zu ändern.

Darüber hinaus gibt es in OLNYOFFICE zwei verschiedene Arbeitsmodi. So ist es in einem Modus möglich, mit mehreren Nutzern zeitgleich an einem Dokument zu arbeiten und die Änderungen der Co-Autoren sofort zu sehen. In einem zweiten Modus kann ein Autor ungestört durch andere Autoren an einer Datei arbeiten. ONLYOFFICE unterstützt seine Nutzer auch mit praktischen Kommunikations-Features beim Collaborative Editing – etwa mit einem Live-Chat und den Kommentar-Funktionen.

Durch die Integration von ONLYOFFICE haben die Nutzer von ownCloud also auch die Bearbeitung von Dokumenten absolut in der eigenen Hand. Sie haben volle Kontrolle über ihre Dateien und bleiben unabhängig von kommerziellen Software-Anbietern. Auf diese Weise garantiert ownCloud auch an dieser Stelle digitale Souveränität.

ownCloud vs. Nextcloud

Wer sich näher mit der ownCloud beschäftigt, trifft unweigerlich auch auf Nextcloud. Um die Unterschiede zu erklären, ist es sinnvoll, einen kleinen Abstecher in die ownCloud-Geschichte zu machen.

Das ownCloud-Projekt wurde 2010 vom Entwickler Frank Karlitscheck ins Leben rufen. Sein Ziel: Eine freie Alternative zu kommerziellen Cloud-Diensten anzubieten. Das dafür 2011 gegründete Unternehmen verließ Karlitscheck jedoch 2016. Im Netz werden als Grund Meinungsverschiedenheiten über den zukünftigen Kurs von ownCloud angegeben. Nach seinem Weggang begann Karlitscheck gemeinsam mit weiteren Entwicklern an Nextcloud zu programmieren. Auch diese Software soll wie ownCloud eine nicht-kommerzielle Alternative zu Cloud-Diensten darstellen.

Im Grunde haben die beiden Dienste also dasselbe Ziel und größtenteils auch den gleichen Funktionsumfang, was sie für Benutzer gleichermaßen attraktiv macht. Doch es gibt natürlich Unterschiede. Im folgenden Interview mit Ansgar Licher lesen Sie, welches Produkt LWsystems empfiehlt und für wen es geeignet ist:

Redaktion: Herr Licher, erst einmal wirken ownCloud und Nextcloud wie identische Software. Ist das so?

Ansgar Licher: Nein, nicht ganz. Tatsächlich kommen beide Produkte aus demselben Stall. Die grundliegende Idee ist dieselbe. ownCloud fokussiert sich eher auf das Wesentliche, also Kernfunktionen wie das Teilen von Dateien und Ordnern, die Benutzerverwaltung und so weiter. Nextcloud tendiert eher zu möglichst vielen Funktionalitäten. Es werden viele Plugins entwickelt und „Featueritis“ hat hier Vorrang vor Robustheit und Konzentration auf das Wesentliche.

Außerdem bietet ownCloud sehr soliden Support, der im Unternehmenseinsatz wichtig sein kann. Wir können und wollen aber von keinem der beiden Produkte abraten. Ganz im Gegenteil. Wir sind wirklich überzeugt von demOpen Source-Ansatz. In jedem Fall bieten beide Produkte eine exzellente Alternative für bestehende Cloud-Dienste.

Redaktion: Aber Sie haben einen Favoriten…

Ansgar Licher: Ja, das stimmt. Wir setzen in erster Linie auf ownCloud. ownCloud gibt es seit fast 10 Jahren. Und wir wissen, dass ownCloud ein sehr gutes Fundament hat, das zuverlässig funktioniert und stetig weiterentwickelt wird. Das ist uns natürlich besonders im Hinblick auf unsere Kunden sehr wichtig.

Wir sind zwar immer offen, wenn sich im Softwarebereich etwas Neues auftut. In diesem Fall aber bleiben wir dem Ursprungsprodukt treu. Ein wichtiger Grund dafür: Die ownCloud-Entwickler wollen in der kommenden Zeit stärker an der Architektur schrauben, das heißt, sie noch robuster und zukunftsfähiger machen. Das ist natürlich gut. Wir gehen davon aus, dass Nextcloud an dieser Stelle langfristig nicht mithalten kann. Daher glauben wir, mit ownCloud auf Dauer auf der sicheren Seite zu sein.

Redaktion: Das ist also ein zentraler Grund. Gibt es denn noch weitere Vorteile von ownCloud gegenüber Nextcloud?

Ansgar Licher: Gute Software muss unserer Meinung nach in erster Linie eines sein: robust und zuverlässig. Damit wird in Unternehmen und auch bei Privatnutzern der reibungslose Workflow sichergestellt. Mit ownCloud ist das unserer Erfahrung nach sehr gut möglich. Nextcloud hingegen kommt mit vielen Features daher. Das wirkt natürlich erst einmal sehr praktisch, macht die Software aber auch komplexer und anfälliger. ownCloud ist besser strukturiert und auf die Kernfunktionen fokussiert. Auch deshalb ist sie unser Favorit.

Ebenso sind wir vom Support bei ownCloud begeistert. Gibt es hier ein Problem, sind die Experten schnell zur Stelle. Über Nextcloud hört man da schon mal etwas anderes. Und trotzdem: Es gibt Kunden, die sich eine Einrichtung und Anpassung von Nextcloud wünschen. Natürlich helfen wir auch in diesem Fall gerne weiter.

Redaktion: Eine Frage noch zum Schluss: Für wen genau ist ownCloud denn geeignet?

Ansgar Licher: Für alle. Egal, ob es sich um Einzelpersonen oder große Unternehmen handelt – ownCloud ist eine gute und kostengünstige Möglichkeit, um Filesharing und mehr zu betreiben. Jeder der Wert darauf legt, die Hoheit über seine Daten zu haben, ist mit ownCloud richtig beraten. Deshalb lohnt sich die Einrichtung auch schon für Einzelpersonen, die beispielsweise Dateien mit Kunden teilen oder Privatfotos mit Freunden austauschen möchten.

Und auch Betriebe und Organisationen mit vielen Mitarbeitern können ownCloud hervorragend nutzen. Wir haben schon Installationen mit bis zu 6.000 Anwendern eingerichtet. Wenn gewünscht kümmern wir uns auch gerne um das Hosting – natürlich auf einem sicheren Server und garantiert in einem deutschen Rechenzentrum. Und – last not least: Wir bieten ownCloud auch als „Software as a Service“ (SaaS) an. Also so einfach wie Strom aus der Steckdose. Und das für Einzelpersonen und Kleinunternehmer bis hin zu großen Organisationen, die ownCloud einfach und sicher nutzen wollen.

 
 

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