Vorteile eigene Cloud

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Mrz/17

Die Vorteile einer eigenen Cloud

Der "Cloud"-Begriff ist in der Werbung, auf Plakaten und online häufig zu lesen. Viele wissen jedoch nicht, was sich hinter einer "Cloud" verbirgt. Der Begriff "Cloud" ist eine Abkürzung für das "Cloud Computing". Dahinter verbirgt sich ein komplexes Netzwerk aus Servern, in denen Daten für einen Endnutzer gespeichert werden. In dem Zusammenhang wird von einem Datenhosting gesprochen. Verschiedene Anbieter wie beispielsweise Google, Microsoft und Amazon speichern die Daten online und ermöglichen einen weltweiten Onlinezugriff. Die Daten werden durch verschiedene Sicherheitsmaßnahmen und natürlich per Passwort geschützt. Der Hostinganbieter ist für die Sicherheit verantwortlich. Das ist auch gleichzeitig der Nachteil von online angebotenen Cloud- und Hostingsystemen. Nicht jedes Cloudsystem ist vor unbefugtem Zugriff gut geschützt und bei amerikanischen Cloudanbietern könnten die Daten auf Regierungsserver weitergeleitet werden. Viele Experten raten daher zu deutschen Cloudanbietern oder empfehlen ein eigenes Cloudsystem. Eine eigene Cloud hat den Vorteil, dass die Daten auch tatsächlich beim Nutzer verbleiben. Nachfolgend werden die Vorteile einer eigenen Cloud näher erläutert.

Vorteile eigene Cloud – Eigenschaften von online angebotenen Cloudsystemen

Cloudsysteme sollten bestimmte Eigenschaften besitzen, um Daten sicher und im großen Volumen speichern zu können. Nachfolgend werden wichtige Eigenschaften vorgestellt. Des Weiteren wird näher erläutert, wie ein Cloudanbieter arbeitet.

Wer einen Cloudanbieter wie Google oder Amazon benutzt, kommuniziert unweigerlich mit externen Servern. Die zu speichernden Daten werden auf den externen Servern des Cloudanbieters abgelegt. Die abgelegten Daten stehen über ein undurchsichtiges IT-Netzwerk den Nutzern zur Verfügung. Damit die abgelegten Daten weltweit und jederzeit online abgerufen werden können, werden Server benötigt. Die Server müssen ständig in Betrieb sein und dauerhaft mit dem Internet verbunden sein. Des Weiteren müssen Cloudserver eine enorme Rechenkapazität aufweisen, um möglichst vielen Nutzern einen schnellen Zugriff zu ermöglichen. Neben den bereits genannten Eigenschaften sollte das Cloudnetzwerk eine hohe Speicherkapazität besitzen und moderne Sicherheitsanforderungen hinsichtlich Software und Zugriff erfüllen. Dazu sind ständige Sicherheits- und Softwareupdates notwendig.

Eine eigene Cloud hat den Vorteil, dass die Daten nicht in einem undurchsichtigen IT-Netzwerk liegen, sondern beim Unternehmen oder Privatnutzer selbst gespeichert werden. Dazu muss der Cloudnutzer kein großes Servernetzwerk aufbauen. Für Privatnutzer genügt die Einrichtung eines kleinen Servers, der die zu speichernden Daten erfassen und synchronisieren kann. So kann bereits ein Raspberry Pi als Cloudserver für Privatnutzer dienen. Unternehmen, die eine eigene Cloud erstellen möchten, sind mit einem eigenen Server, in Verbindung mit ownCloud gut bedient. Server gibt es in verschiedenen Ausführungen, mit variierenden Speicherkapazitäten und unterschiedlichen Zugriffszeiten.

Onlineanbieter und das Thema Sicherheit! – Die eigene Cloud im Vorteil

Bekannte Cloudanbieter, wie beispielsweise Google, speichern Daten der Cloudnutzer auf zahlreichen Servern. Das bedeutet, es werden Millionen Nutzerdateien auf Server geladen und dort verwaltet. Selbst wenn die modernste Software vorhanden ist und das ausgeklügeltste Sicherheitssystem in Betrieb ist, kann der Cloudnutzer nicht sicher sein, dass die Daten nicht von unbefugten eingesehen werden. Geheimdienste in Amerika stehen im Verdacht, Nutzerdaten amerikanischer Unternehmen abzufangen. Des Weiteren ist kein System unangreifbar und Server, auf denen Millionen von Daten liegen, sind für Hacker reizvoll. Wie kann der Nutzer also verhindern, dass seine sensiblen Daten nicht in die Hände unbefugter gelangen? Leider gar nicht, denn der Nutzer von großen Clouddiensten wie Dropbox muss sich auf den Anbieter verlassen.

Seit dem Skandal um das Spionageprogramm "PRISM", gehen vieler Nutzer sensibler mit ihren Daten um. Nutzer und Experten hinterfragen zurecht, ob die Daten auf Servern von Google Drive oder Dropbox sicher sind. Auch SkyDrive von Microsoft und Amazon Cloud werden von amerikanischen Unternehmen betrieben. Des Weiteren sind die Daten auf einigen Servern nicht verschlüsselt, was ein zusätzliches Sicherheitsrisiko darstellt.

Durch eine eigene Cloud wird das Risiko des Datendiebstahls und der Datenspionage reduziert. Des Weiteren ist eine eigene Cloud auf die Dauer günstiger.

Vorteile eigene Cloud im Überblick

Welche Vorteile eine eigene Cloud bringt, wird nachfolgend stichpunktartig dargestellt:

  • Daten bleiben bei berechtigten Nutzern
  • Nutzer sind unabhängig
  • Nutzer behalten die volle Kontrolle
  • keine Kosten für Servernutzung

Daten bleiben bei berechtigten Nutzern

Wer eine eigene Cloud aufbaut, der behält die Daten auch physisch zu Hause bzw. im eigenen Unternehmen. Die Daten werden auf den eigenen Servern gespeichert.

Nutzer sind unabhängig mit einer eigenen Cloud

Wer eine eigene Cloud aufbaut und unterhält, der ist unabhängig von fremden IT-Servern und muss keine Gebühren an Cloudanbieter zahlen. Das bedeutet, dass Preiserhöhungen von großen Cloudanbietern nicht einkalkuliert werden müssen.

Nutzer behalten Kontrolle mit einer eigenen Cloud

Eine eigene Cloud zu betreiben bedeutet auch, die Kontrolle über die Nutzung zu behalten. Der Cloudbesitzer entscheidet, wer Zugriff auf die gespeicherten Daten bekommt. Wir unterstützen Sie gerne bei der Einrichtung.

Geringe Kosten für die eigene Cloud

Für eine eigene Cloud muss mit geringen Kosten gerechnet werden. Für die Cloudnutzung großer Anbieter fallen monatliche oder jährliche Nutzungskosten an. Wer 5 GB, 10 GB oder mehr Speicherkapazität möchte, muss bei großen Cloudanbietern bereits bezahlen. Mit Beendigung des Vertrages steht der Speicherplatz dann nicht mehr zur Verfügung. Werden geringe Zusatzkosten nicht miteinbezogen, ist die eigene Cloud auf Dauer günstiger.

Voraussetzungen für eine eigene Cloud

Um eine eigene Cloud zu betreiben, ist ein Internetanschluss notwendig, der 24 Stunden und 7 Tage die Woche in Betrieb ist. Des Weiteren wird ein ständig erreichbares Serversystem benötigt. Der Privatnutzer sollte über ausreichend PC-Kenntnisse zum Einrichten der eigenen Cloud verfügen. Ein Unternehmen sollte sich zur Einrichtungen an einen Spezialisten für Cloud-Systeme wenden. Natürlich ist eine eigene Hardware notwendig und zunächst mit Anschaffungskosten verbunden. Allerdings rechnen sich die Kosten mit steigender Nutzungsdauer. Als Hardware sind Linux-Server empfehlenswert. Bei steigendem Bedarf können Server einfach hintereinandergeschaltet werden und sind gut synchronisierbar. Für Privatnutzer lohnt sich ein Raspberry Pi oder ein einzelnes NAS-Gerät. Des Weiteren muss das Serversystem nach der Einrichtung mit einer Cloudsoftware ausgestattet werden. Eine beliebte Cloudsoftware ist ownCloud. ownCloud ist durch die online verfügbare Installationsanleitung einfach und sicher einzurichten.

Vorteile eigene Cloud - Voraussetzungen stichpunktartig:

  • Internetanschluss
  • ständig erreichbare Server
  • Computerkenntnisse oder Rechenzentrum notwendig
  • Hardware notwendig (beispielsweise Linux-Server, NAS oder Raspberry Pi)
  • Cloudsoftware notwendig (ownCloud)

Gängige Cloudserver für eigene Cloud

"Network Attached Storage", kurz NAS, beschreibt Speichersysteme, die in einem Netzwerk integriert sind. NAS-Server besitzen eine oder mehrere Festplatten. Eine Festplatte, die im NAS-Server betrieben werden kann, wird als NAS-Festplatte bezeichnet. Die NAS-Festplatten sind besonders robust und langlebig. NAS-Server sind als Cloudserver beliebt und haben bereits integrierte, modellabhängige Cloudfunktionen. Gängige Cloudserver sind:

  • Qnap TS-121 NAS-Server
  • SYNOLOGY DS216j 2-Bay NAS-Server
  • Buffalo LS210D0301-EU LinkStation
  • WD My Cloudserver
  • Routersysteme

Vorteile eigene Cloud - Qnap TS-121 NAS-Server

Dieser NAS-Server ist mit den verfügbaren Tools und per Webinterface einfach zu bedienen. Die Schreib- und Lesegeschwindigkeit des Servers ist hoch. Das Gerät erlaubt eine schnelle Datensynchronisation mittels QSync und arbeitet geräuscharm. Einziger Nachteil der Servervariante ist, dass das Gerät ohne Festplatte geliefert wird. Die NAS-Festplatte muss extra bezogen werden. Stromsparende Eigenschaften sowie regelmäßige Softwareupdates und zahlreiche Netzwerkfunktionen machen den Qnap TS-121 zum idealen NAS-Server. Des Weiteren bietet die mitgelieferte Software die Möglichkeit, Back-ups zu planen.

Vorteile eigene Cloud - SYNOLOGY DS216j 2-Bay NAS-Server

Dieser NAS-Server ist leicht zu bedienen und kann über einen Zeitplan ein- und ausgeschaltet werden. Auf den Server kann per Smartphone-App und mittels Webinterface zugegriffen werden. Des Weiteren erlaubt die Firmware eine einfache Benutzerverwaltung und ermöglicht das Verschlüsseln der gespeicherten Daten. Auch zu diesem Server muss die NAS-Festplatte zugekauft werden.

Vorteile eigene Cloud - Buffalo LS210D0301-EU LinkStation

Die LinkStation wird mit NAS-Festplatte geliefert. Die Speicherkapazität ist von 2 bis 4 Terabyte (TB) wählbar. Die LinkStation arbeitet leise und wird mit einer umfangreichen Mediensoftware geliefert. Der Zugriff ist mittels Smartphone-App sowie per Webinterface möglich. Der Server hat eine Back-up-Funktion.

Vorteile eigene Cloud - WD My Cloudserver

Der Cloudserver von Western Digital (WD) erlaubt einen weltweiten Fernzugriff und ist sehr leicht zu bedienen. Zugriff auf den Server erfolgt beispielsweise mittels Smartphone-App und per Webinterface. Der Server besitzt integrierte Back-up- und Synchronisationsfunktion. Die Festplatte ist ab Werk verbaut.

Vorteile eigene Cloud - Routersysteme

NAS-Festplatten können auch an Routersysteme angeschlossen werden und als NAS-Server fungieren. Viele Router haben in der Firmware bereits eine Cloudsoftware integriert. Einen Router als Server zu benutzen, ist für Privatnutzer ideal. Denn der Privatnutzer muss in der Regel nicht mehrere Server hintereinanderschalten.

Vorteile eigene Cloud - Cloudsoftware im Überblick

Wer sich für ein Serversystem entschieden hat und eine Cloudsoftware benötigt, kann zwischen verschiedenen Softwareanbietern wählen. Empfehlenswert sind die folgenden Softwarelösungen:

Vorteile eigene Cloud - ownCloud

ownCloud ist eine Serversoftware, die mit mehreren Betriebssystemen kompatibel ist. Zu den kompatiblen Systemen gehören iOS, Windows und Android. Das bedeutet, dass ownCloud-Nutzer, die auf ihren Server zugreifen möchten, Serverdaten per Webinterface oder Smartphone-App von Windowssystemen, iOS-Systemen oder Androidsystemen abrufen können. ownCloud besitzt ein übersichtliches Layout und ist leicht einzurichten. Die Software ist in der Grundversion kostenlos. Mit ownCloud können mehrere Nutzer angelegt werden. Der Administrator hat die Möglichkeit, den Nutzern eine definierte Speicherkapazität zuzuweisen. Mit der Software können Daten zwischen Server und PC schnell synchronisiert werden. Über diverse Zusatzapps ist es bspw. möglich, Dokumente und andere Dateien direkt im Browser zu öffnen. Mittels Collabora wird ownCloud um die Online-Version von LibreOffice erweitert und damit sogar zu einer Alternative für Microsoft Office 365.

Nextcloud

Nextcloud ist ein Ableger von ownCloud und wurde von ehemaligen ownCloud-Entwicklern programmiert. Die Software hat ähnliche Funktionen wie ownCloud und ist kostenlos. Auch die Synchronisationssoftware kann kostenlos runtergeladen werden. Nextcloud ist zusätzlich mit ownCloud-Apps nutzbar. Die Entwickler kooperieren zudem mit Spreed. Spreed ist eine kostenpflichtige Video-Konferenz-Software. Das bedeutet, dass neben Datenbearbeitung, Datenabgleich und Datensynchronisation auch Videokonferenzen per Nextcloud geführt werden können.

Vorteil eigene Cloud - Seafile

Seafile ist eine kostenlose Cloudsoftware, die der Dateisynchronisation und Gruppenbearbeitung dient. Wie auch in ownCloud und Nextcloud können Daten mittels Smartphone-Apps oder per Webinterfache abgeglichen, eingesehen und synchronisiert werden. Die Datensynchronisation ist gut programmiert, denn die Software erkennt und synchronisiert kleine Änderungen in einer Datei. Es wird also nicht die gesamte große Datei neu übertragen. Die Funktion wird als "Versionierung" bezeichnet. Arbeiten mehrere Nutzer an einer Datei, werden die Änderungen in verschiedene Versionen unterteilt. Durch die unterschiedlichen Versionen kann festgestellt werden, wer welche Datei bearbeitet hat. Das ist für private Nutzer in den Bereichen Studium und Schule sehr interessant. Seafile wird wegen der Synchronisations- und Versionierungsfunktionen eher als Filesharingsoftware gesehen und spielt als Cloudsoftware eine untergeordnete Rolle.

Vorteile eigene Cloud - FTPbox

Die FTPbox ist eine alternative Cloudlösung. Der bekannte FTP-Standard ist bei Webhostern weit verbreitet. Die Nutzung des FTP-Standards ist etabliert und vereinfacht die Einrichtung eines Servers. Des Weiteren bietet die FTPbox zahlreiche Apps, die durch den FTP-Standard mit vielen Systemen kompatibel sind. Mit der FTPbox können Dateien ausgetauscht und editiert werden. Der Vorteil des Systems ist, dass die Dateien verschlüsselt übertragen werden. Zur Einrichtung der FTPbox sind Tutorials einsehbar. Die FTPbox eignet sich für Privatnutzer, die Daten verschlüsselt übertragen möchten und die eigene Cloud zum Filesharing nutzen möchten.

Vorteile eigene Cloud - Fazit

Eine eigene Cloud bietet viele Vorteile und ist aus Sicherheitsgründen empfehlenswert. Private Daten und wichtige Dokumente müssen nicht auf undurchsichtigen, externen IT-Netzwerken gespeichert werden. Die Daten bleiben beim Inhaber und werden ausschließlich von diesem kontrolliert und verwaltet. Der Administrator kann, je nach Cloudsoftware, mehrere Nutzer hinzufügen und deren Speicherkapazität sowie Zugriffsmöglichkeiten bestimmen. Zur Einrichtung einer eigenen Cloud wird Hardware benötigt, die ein einmaliger Kostenfaktor ist. Dafür fallen keine Nutzungsgebühren für die Cloud an. Gute und intelligente Cloudsoftware ist kostenlos erhältlich. Die Einrichtung einer eigenen Cloud ist nicht nur sicher, sondern auf Dauer auch kostengünstig. Während für Privatleute oft ein Server ausreicht, sollten Unternehmen zur Speicherung von wichtigen Daten Rechenzentren einrichten. NAS-Server werden bereits mit Firmware geliefert und haben vielseitige Funktionen. Für private Nutzer ist häufig ein Routersystem, ein Raspberry Pi oder ein NAS-Server ausreichend. Die Einrichtung einer eigenen Cloud erfordert zwar PC-Kenntnisse, wird aber in Tutorials und verfügbaren Onlineanleitungen gut erklärt. Mit einer eigenen Cloud und den richtigen Hard- und Softwaresystemen kann der Nutzer weltweit auf die Daten zugreifen. Egal ob per Smartphone, Tablet-PC oder PC, die Daten sind immer und überall abrufbar. Eine eigene Cloud ist einfach eingerichtet und schnell einsatzbereit. Wir unterstützen Sie.

 
 

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25 Open Source Hersteller auf dem Univention Summit 2019 am 31. Januar und 1. Februar

Auf dem Univention Sumit in Bremen mit dabei: Nextcloud, agorum, Kopano, ONLYOFFICE, ownCloud, PaperCut, Zammad und viele mehr. Auf der Agenda außerdem Programm mit Keynotes, Workshops, Praxisvorträgen, Round-Tables und einem Techniker Barcamp für Linux Professionals. Anmeldung noch bis zum 21. Januar möglich: www.univention-summit.de


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